Umgehungsverbot

Es ist einem Rechtsanwalt verboten, sich an einen Beteiligten in einem Fall zu wenden, wenn dieser anwaltlich vertreten ist, § 12 Abs. 1 BORA. Dadurch soll der Gegner davor geschützt werden unkontrolliert vom eigenen Rechtsbeistand beeinflusst zu werden oder unüberlegte Erklärungen abzugeben.

Hiervon ausgenommen ist die unmittelbare direkte Kontaktaufnahme durch den Gegenanwalt mit der anderen Partei, wenn der anwaltliche Vertreter der Partei dieser Kontaktaufnahme vorab zugestimmt hat oder wenn „Gefahr im Verzug“ ist und die Beachtung des Umgehungsverbots  wesentliche wirtschaftliche Nachteile entstehen würden, vgl. § 12 Abs. 2 Satz 1 BORA. Der in diesem Fall umgangene Rechtsanwalt muss hierüber unverzüglich informiert werden, vgl. § 12 Abs. 2 Satz 1 BORA. Üblicherweise wird dies dergestalt geschehen müssen, dass Schriftstücke zeitgleich an die Gegenpartei und den Gegenanwalt versendet werden.

Entsprechend ist es einem Rechtsanwalt auch nicht gestattet, mit einer anwaltlich vertretenen Gegenpartei zu kommunizieren, wenn die Gegenpartei selbst den Kontakt aufgenommen hat und z. B. direkt den Gegenanwalt anruft. Das kommt durchaus häufiger vor. Der Rechtsanwalt muss eine Kontaktaufnahme sofort unterbinden. 

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